Die Tatsache, dass Frauen als führende Autorinnen, d. h. als Erst-, Letzt- und korrespondierende Autorinnen, unterrepräsentiert sind, behindert den Aufstieg von Forscherinnen in ihrer akademischen Laufbahn. Dieses globale Problem, dass geschlechtsspezifische Unterschiede in der akademischen Autorenschaft die Karriere von Frauen beinträchtigen können, wurde in einer früheren Ausgabe der «healthbook TIMES» bereits erörtert.1 Neue Daten deuten nun darauf hin, dass die Stimmen von Forscherinnen während der COVID-19-Pandemie weiter verstummt sind. So konnte im Rahmen der Studie gezeigt werden, dass weniger Wissenschaftlerinnen prominente Autorenpositionen in veröffentlichten akademischen Manuskripten innehatten, insbesondere wenn diese sich mit der COVID-19-Forschung befassten.2 Ohne sofortige Massnahmen werden die Folgen der COVID-19-Pandemie möglicherweise dazu führen, dass sich die Kluft zwischen den Geschlechtern im akademischen Publikationswesen zunehmend vergrössert und die Karriereentwicklung von Frauen auf Jahre, möglicherweise sogar Jahrzehnte hinaus negativ beeinflusst wird. Von besonderer Bedeutung war dieses Thema auch für den diesjährigen Internationalen Frauentag am 08. März 2022, der unter dem Motto «Geschlechtergleichstellung heute für ein nachhaltiges Morgen» stand.

La sous-représentation des femmes auteures de premier plan, c.-à-d. des premières auteures, des dernières auteures et des auteures correspondantes, empêche les chercheuses de progresser dans leur carrière universitaire. Un précédent numéro de « healthbook TIMES » avait déjà traité de ce problème mondial de l’inégalité entre les sexes dans le domaine de la paternité académique, qui est susceptible de compromettre la carrière des femmes.1 De nouvelles données indiquent maintenant que les voix des chercheuses se sont à nouveau tues pendant la pandémie de COVID-19. Cette étude a en effet montré que moins de femmes scientifiques occupaient des positions d’auteur éminentes dans les manuscrits académiques publiés, notamment lorsque ceux-ci traitaient de la recherche sur la COVID-19.2 Sans mesures immédiates, les conséquences de la pandémie de COVID-19 pourraient creuser de plus en plus le fossé entre les sexes dans les publications académiques et avoir pendant des années, voire des décennies, un impact négatif sur l’évolution de carrière des femmes. Ce sujet a également revêtu une importance particulière pour la Journée internationale des femmes du 8 mars 2022 placée sous le thème « Égalité des sexes aujourd’hui pour un avenir durable ».

COVID-19-Pandemie verschärft die Probleme der Kluft zwischen den Geschlechtern

Während der ersten Welle des COVID-19-Ausbruchs zeigte eine Studie von Cristina Bittante et al. (2020), dass nur etwa eine von vier prominenten Autorenpositionen (erste oder letzte Autorenposition) von Frauen besetzt war.3 Eine neuere Studie, die von einem Schweizer Team der Universität Genf (UNIGE) und deren Kliniken (HUG) im British Medical Journal veröffentlicht wurde, liefert nun weitere Erkenntnisse über die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern im akademischen Publikationswesen während der COVID-19-Pandemie.2 Gayet-Ageron et al. (2021) verglichen die Nennung von Frauen in prominenten Autorenpositionen in den beiden Jahren vor der Pandemie (Januar 2018 bis Dezember 2019) und während der Pandemie (Januar 2020 bis Mai 2021) miteinander. In dieser Querschnittsstudie wurden 63 259 Manuskripte untersucht, die bei elf Zeitschriften der «British Medical Journal (BMJ) Publishing Group» eingereicht worden waren, darunter neun fachärztliche Zeitschriften und zwei Zeitschriften mit Schwerpunkt Allgemeinmedizin. Die eingeschlossenen Manuskripte wurden danach dahingehend kategorisiert, ob das Forschungsthema in Zusammenhang mit COVID-19 stand oder nicht. Die Ergebnisse zeigen, dass in beiden Manuskript-Kategorien während der Pandemie weniger Frauen als Erst-, Letzt- oder korrespondierende Autorinnen genannt wurden als im Zeitraum davor (Abbildung 1). So konnte bei den Manuskripten, die im Zusammenhang mit COVID-19 standen, ein Rückgang des Frauenanteils bei den Erst- und korrespondierenden Autorinnen und Autoren um fast 20 % und bei den letztgenannten Autorinnen und Autoren um 12 % im Vergleich zu den Daten vor der Pandemie festgestellt werden (Abbildung 1). Dabei war das Geschlechtergefälle bei den COVID-19-bezogenen Manuskripten zu Beginn der Pandemie (Januar bis Mai 2020) noch ausgeprägter als zu einem späteren Zeitpunkt der Pandemie (Februar bis Mai 2021).

Abbildung 1
Abbildung 1.

Vergleich prominenter Autorenpositionen von Frauen (Erst-, Letzt- und korrespondierende Autorin) vor und während der COVID-19-Pandemie (adaptiert nach 2).

Welche Gründe gibt es dafür?

Um dieser Kluft zwischen den Geschlechtern begegnen zu können, müssen wir verstehen, warum die wissenschaftliche Arbeit von Frauen während der COVID-19-Pandemie so zurückgegangen ist.2 Gayet-Ageron et al. (2021) betonen, dass während der ersten Pandemiewelle Massnahmen wie Home-Office und Schulschliessungen eingeführt wurden. Dies hatte zur Folge, dass viele Erwachsene, insbesondere Frauen, ihre Arbeitszeiten an die nun vermehrten häuslichen und familiären Aufgaben, wie z. B. Hausunterricht, anpassen mussten. Die Studie ergab jedoch auch, dass die Forschungsaktivitäten von Frauen mit der Normalisierung des Arbeitslebens im weiteren Verlauf der Pandemie wieder leicht zunahmen und sich dem Niveau der Zeit vor der Pandemie annäherten.

Wir müssen die gläserne Decke durchbrechen

Wir bei der «healthbook TIMES» fördern aktiv die Autorenschaft von Frauen und bemühen uns daher auch, die gleiche Anzahl von Forschungsartikeln weiblicher und männlicher Autorinnen bzw. Autoren zu veröffentlichen und zu zitieren. Wir sind uns bewusst, dass in allen wissenschaftlichen Bereichen mehr getan werden muss, um das Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern zu beseitigen. Wir ermutigen unsere Leserinnen und Leser daher auch, uns dabei zu helfen, dieses wichtige Thema direkt anzugehen, indem sie Stereotypen verhindern und so die «gläserne Decke» in ihren Abteilungen und Forschungsteams durchbrechen.

In dieser Ausgabe erwarten Sie Themen wie Plaque-Psoriasis, Atopische Dermatitis, Diabetes, Depression, Herpes Zoster und Systemische Sklerose sowie viele weitere, hoffentlich spannende Beiträge aus den Bereichen der Endokrinologie und Infektiologie. Wir wünschen Ihnen ausserdem viel Spass beim Lesen des peer-reviewten Artikels mit dem Titel ‘‘The Effect of Magnesium on Retinal Venous Pressure of Patients with Normal-Tension Glaucoma and Flammer Syndrome’’ eingereicht durch Gruber R. et al. mit Maneli Mozaffarieh als korrespondierende Letztautorin. Bitte zögern Sie nicht, uns Ihre Meinung mitzuteilen, damit wir in den nächsten Ausgaben das Problem der unausgewogenen Autorenschaft weiter angehen können.

Des thèmes tels que le psoriasis en plaques, la dermatite atopique, le diabète, la dépression, l’herpès zoster et la sclérodermie systémique ainsi que d’autres articles, espérons-le, passionnants dans les domaines de l’endocrinologie et de l’infectiologie vous attendent dans ce numéro. Nous vous souhaitons par ailleurs une bonne lecture de l’article intitulé « The Effect of Magnesium on Retinal Venous Pressure of Patients with Normal-Tension Glaucoma and Flammer Syndrome » soumis par Gruber R. et al., Maneli Mozaffarieh en étant la dernière auteure correspondante. N’hésitez pas à nous faire part de votre opinion, afin que nous puissions continuer d’aborder le problème de l’inégalité des sexes dans la paternité académique dans les prochains numéros.

 

Dr. Ellen Heitlinger
Editor-In-Chief
Rédactrice en chef